Taube, die Du mit sanftgrauem Gefieder die Himmel durchmisst,
eilend, schwebend,
Taube, die Du uns mit Deinem
Gurren erfreust, turtelnd durch die Welt sich bewegend,
Taube, die Du anmutig pickend
und nach Nahrung suchend die Städte bevölkerst,
Taube, die Du die Älteren,
die Einsamen, durch Deine Anwesenheit labst –
Taube, die Du mein armes Auto
als Abort verwendet hast,
Taube – ich kriege Dich!
Taube, ich werde Dich rupfen,
ausnehmen und mit zartem Speck umwickeln, damit Deine Brüstchen nicht
austrocknen,
Taube, ich werde Dir
Gesellschaft durch Rosmarin, Olivenöl, Zwiebeln und Knoblauch leisten lassen
Taube, ich werde eine Flasche
Côtes du Rhône öffnen, damit mir nicht so einsam wird,
Während Du bei 180 Grad im
Backofen schwitzt, bis Du saftig und gar bist und sich Dein Brüstchen zart
bräunt.
Denn, Taube, Rache ist ein Gericht,
das heiß genossen werden will, damit Du Dir merkest - für immer-, mein Fahrzeug sei kein Abort.
Donnerstag, 28. Februar 2013
Sonntag, 24. Februar 2013
"Kurswende: Unionspolitiker wollen Homo-Ehe doch gleichstellen"
So schreibt heute die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Auf Deutsch gesagt: die Regierung hat mal wieder ihre Arbeit nicht gemacht, das Bundesverfassungsgericht hat diese Arbeit zum Glück nun endlich erledigt - und schwupps - nach einer eleganten Kehrtwende waren nun schon immer alle Mitglieder der CDU/CSU für die Neuregelung. Nur die konservativen Restbestände dieser Gruppierung sind natürlich (noch) dagegen. So sprang mir gestern Barbara Stamm aus dem Fernseher entgegen, die sagte, man müsse die Familie bei alle dem schützen. Genau, Frau Stamm, das hat das Bundesverfassungsgericht ja getan. Und der Hosenanzug? Er schweigt. Und wartet sicherlich darauf, wie sich das Wählerpotenzial entwickelt, um sich dann alternativlos zu äussern.
Freitag, 22. Februar 2013
Literarische Fundstücke (2)
"Unblinking, rather like a great porcelain idol, U Po Kyin gazed out into the fierce sunlight. He was a man of fifty, so fat that for
years he had not risen from his chair without help, and yet shapely
and even beautiful in his grossness; for the Burmese do not sag and
bulge like white men, but grow fat symmetrically, like fruits
swelling. His face was vast, yellow and quite unwrinkled, and his
eyes were tawny. His feet, squat, high-arched feet with the toes
all the same length, were bare, and so was his cropped head, and he
wore one of those vivid Arakanese longyis with green and magenta
checks which the Burmese wear on informal occasions. He was
chewing betel from a lacquered box on the table, and thinking about
his past life."
George Orwell, "Burmese Days", 1934
Donnerstag, 7. Februar 2013
Literarische Fundstücke (1)
"Frei wie die Vögel spazierten die Gedanken über sein Gesicht, sie flatterten in den Augen, setzten sich auf die halbgeöffneten Lippen, versteckten sich in den Stirnfalten und verschwanden schließlich ganz, dann leuchtete das Gesicht in einem warmen, gleichbeibenden Licht der Sorglosigkeit. Vom Gesicht ging die Sorglosigkeit in die Posen des ganzen Körpers über und sogar in die Falten des Schlafrocks."
Iwan Gontscharow, "Oblomow", Hanser-Verlag 2012
Sonntag, 3. Februar 2013
Ist Friede Springer eine Sozialistin?
Was ist nur mit der Welt los? Hat die Sozialdemokratisierung der politischen Landschaft, der allgemeine Linksruck, nun auch den Panzerkreuzer der Reaktion, die "Welt am Sonntag" erreicht? Müssen sich die Leser Sorgen machen, daß künftig als Supplement die "Junge Welt" beiliegt?
Die heutige Welt am Sonntag macht sich Sorgen über eine zugegebenermaßen gut integrierte Randgruppe der Bundesrepublik Deutschland, nämlich über die Bundeskanzlerin. Während sich Peer Steinbrück in den letzten Monaten und Wochen mit seiner Aussage der Bundeskanzler verdiene zu wenig, Schläge und, noch schlimmer, sozialdemokratische Mißachtung eingehandelt hat, titelt die Welt am Sonntag heute sorgenvoll: "4000 EU-Beamte verdienen mehr als Merkel". Also ein durchaus sozialdemokratisches Thema der Ungleichheit bei Geringverdienern.
Noch während ich mein Tränenglas ob dieser erschreckenden Nachricht fülle, lese ich weiter, daß es sich hier um eine Analyse des bekennenden Europäers Cameron handelt, der postuliert, daß damit jetzt Schluß sein müsse. Ob das nun bedeutet, daß die verarmenden Regierungschefs der EU-Länder nun mehr bekommen sollen oder die Beamten weniger, um so oder so die Verhältnisse wieder herzustellen, lässt er dennoch offen. Und wenn man den Artikel vollständig liest, bleibt nichts über als ein gequälter Aufschrei eines Renegaten, der zu Hause nichts mehr reisst - und in der Europäischen Union sowieso nichts. Was aber bleibt, ist die tiefempfundene Sorge der Hosenanzug-Apolegeten, die sich hinter der platten Schlagzeile "Über 4000 EU-Beamte verdienen mehr als Merkel" versammeln. Vielleicht ist es an der Zeit, sammeln zu gehen um dieses Unrecht zu beseitigen. Eine Art "Peterspfennig" der Bundesbürger zu Alimentierung der beliebtesten Kanzlerin aller Zeiten. Das wäre doch eine wahrhaft sozialdemokratische Aufgabe für Friede Springer. Tränendrüse inbegriffen.
Die heutige Welt am Sonntag macht sich Sorgen über eine zugegebenermaßen gut integrierte Randgruppe der Bundesrepublik Deutschland, nämlich über die Bundeskanzlerin. Während sich Peer Steinbrück in den letzten Monaten und Wochen mit seiner Aussage der Bundeskanzler verdiene zu wenig, Schläge und, noch schlimmer, sozialdemokratische Mißachtung eingehandelt hat, titelt die Welt am Sonntag heute sorgenvoll: "4000 EU-Beamte verdienen mehr als Merkel". Also ein durchaus sozialdemokratisches Thema der Ungleichheit bei Geringverdienern.
Noch während ich mein Tränenglas ob dieser erschreckenden Nachricht fülle, lese ich weiter, daß es sich hier um eine Analyse des bekennenden Europäers Cameron handelt, der postuliert, daß damit jetzt Schluß sein müsse. Ob das nun bedeutet, daß die verarmenden Regierungschefs der EU-Länder nun mehr bekommen sollen oder die Beamten weniger, um so oder so die Verhältnisse wieder herzustellen, lässt er dennoch offen. Und wenn man den Artikel vollständig liest, bleibt nichts über als ein gequälter Aufschrei eines Renegaten, der zu Hause nichts mehr reisst - und in der Europäischen Union sowieso nichts. Was aber bleibt, ist die tiefempfundene Sorge der Hosenanzug-Apolegeten, die sich hinter der platten Schlagzeile "Über 4000 EU-Beamte verdienen mehr als Merkel" versammeln. Vielleicht ist es an der Zeit, sammeln zu gehen um dieses Unrecht zu beseitigen. Eine Art "Peterspfennig" der Bundesbürger zu Alimentierung der beliebtesten Kanzlerin aller Zeiten. Das wäre doch eine wahrhaft sozialdemokratische Aufgabe für Friede Springer. Tränendrüse inbegriffen.
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