Sonntag, 3. Februar 2013

Ist Friede Springer eine Sozialistin?

Was ist nur mit der Welt los? Hat die Sozialdemokratisierung der politischen Landschaft, der allgemeine Linksruck, nun auch den Panzerkreuzer der Reaktion, die "Welt am Sonntag" erreicht? Müssen sich die Leser Sorgen machen, daß künftig als Supplement die "Junge Welt" beiliegt? 
Die heutige Welt am Sonntag macht sich Sorgen über eine zugegebenermaßen gut integrierte Randgruppe der Bundesrepublik Deutschland, nämlich über die Bundeskanzlerin. Während sich Peer Steinbrück in den letzten Monaten und Wochen mit seiner Aussage der Bundeskanzler verdiene zu wenig, Schläge und, noch schlimmer, sozialdemokratische Mißachtung eingehandelt hat, titelt die Welt am Sonntag heute sorgenvoll: "4000 EU-Beamte verdienen mehr als Merkel". Also ein durchaus sozialdemokratisches Thema der Ungleichheit bei Geringverdienern.
Noch während ich mein Tränenglas ob dieser erschreckenden Nachricht fülle, lese ich weiter, daß es sich hier um eine Analyse des bekennenden Europäers Cameron handelt, der postuliert, daß damit jetzt Schluß sein müsse. Ob das nun bedeutet, daß die verarmenden Regierungschefs der EU-Länder nun mehr bekommen sollen oder die Beamten weniger, um so oder so die Verhältnisse wieder herzustellen, lässt er dennoch offen. Und wenn man den Artikel vollständig liest, bleibt nichts über als ein gequälter Aufschrei eines Renegaten, der zu Hause nichts mehr reisst - und in der Europäischen Union sowieso nichts. Was aber bleibt, ist die tiefempfundene Sorge der Hosenanzug-Apolegeten, die sich hinter der platten Schlagzeile "Über 4000 EU-Beamte verdienen mehr als Merkel" versammeln.  Vielleicht ist es an der Zeit, sammeln zu gehen um dieses Unrecht zu beseitigen. Eine Art "Peterspfennig" der Bundesbürger zu Alimentierung der beliebtesten Kanzlerin aller Zeiten. Das wäre doch eine wahrhaft sozialdemokratische Aufgabe für Friede Springer. Tränendrüse inbegriffen.

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