Wach auf,
berühre mich,
warte nicht,
bis die Zeiten
sich ändern.
Sie ändern
sich nie.
Bis Auschwitz
und alle Verschwundenen
vergessen, erinnert,
gesühnt –
sind wir verstummt.
(Richard Exner, aus "Nach Auschwitz", 1982)
Wenige Wochen nach der Machtübernahme der Nazis als erstes "Vorzeige"-Lager errichtet, starben hier von März 1933 bis zur Befreiung Ende April 1945 über 32.000 Häftlinge.
Zu dieser Zahl kommen noch die Menschen, die auf Trans- porten in das Lager und vom Lager in andere Lager um-kamen sowie eine größere Zahl undokumentierter Hin- richtungen durch die Gestapo im Rahmen sogenannter "Sonderbehandlungen".
Die Opfer: Schwule. Kommunisten. Katholiken. Protestanten. Priester. Juden. Bibelforscher. Sozialdemokraten. Sinti. Roma. Unbequeme. Menschen wie wir.Hannah Arendt schrieb in ihrem Epilog zu "Eichmann in Jerusalem": „Das den Nürnberger Prozessen zugrunde liegende Londoner Statut hat […] die `Verbrechen gegen die Menschheit' als 'unmenschliche Handlungen' definiert, woraus dann in der deutschen Übersetzung die bekannten 'Verbrechen gegen die Menschlichkeit' geworden sind; als hätten es die Nazis lediglich an 'Menschlichkeit' fehlen lassen, als sie Millionen in die Gaskammern schickten, wahrhaftig das Understatement des Jahrhunderts.“
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